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Die Schützen und ihre Stadt
1452 und 1525 — Ein Zeitbild zu zwei Daten der Aalener Schützengilde
Als am 9. September 1452 die „Schützenmeister und Schießgesellen der Stadt Aalen“ die Nördlinger Schützen zu einem „freundlich gemein Gesellenschießen“ in ihre Stadt einluden, setzte ihr Ladebrief als ersten Preis einen Ochsen aus Aalen war eine Stadt von Ackerbürgern; ob man ritterlicher Herkunft oder Handwerker war, man hatte sein Stück Land vor den Mauern oder mindestens sein Schwein im Stall.
So war der Preis repräsentativ für die Lebensgrundlagen der Stadt und zugleich Ausweis dafür, daß man im Kreislauf der städtischen Schießwettbewerbe mithalten wollte und konnte; den „feisten Ochsen“, den der Rat von Köln zum „Schieß-Spiel“ von 1496 als Siegespreis aussetzte,hat man sogar der bildlichen Darstellung für würdig befunden.
Stadtstolz war ein wesentliches Element im mittelalterlichen Bürgerbewußtsein.
Der Schützenmeister, der zum Wettbewerb aufforderte, repräsentierte keinen geselligen Sportverein, sondern seine Stadt. Das drückt sich auch in der Einladungsformel solcher Schützenbriefe aus: sie grüßten offiziell von Bürgermeister zu Bürgermeister und von Rat zu Rat. Häufig setzte der Rat selbst die Preise aus, und wie sehr ein Schützenerfolg politische Ehrensache war, illustriert auf fast groteske Weise die Fehde des Götz von Berlichingen mit der Stadt Köln. Ein Stuttgarter Schneider hatte dort als „zielschüz mit der büchßen“ einen hohen Geldpreis gewonnen.
Da die Kölner gewisser Vorfälle wegen den Preis nicht auszahlen wollten und auch andere schwäbische Schützen leer ausgingen, bot Herzog Ulrich von Württemberg beim Kölner Reichstag von 1505 nicht weniger als 40 Personen von Adel auf, die beim Kölner Rat vorsprechen sollten. Nachdem auch zwei weitere Vorstöße von 18 bzw. 9 Adligen nichts gefruchtet hatten, nahm sich Götz des bereits zu einem Strauß von Irrungen aufgeblühten Streitfalls an, schickte Köln den Fehdebrief und holte für sich und den Schneider 1000 rheinische Goldgulden heraus.